Anschaffungen und Vorbereitung zum Empfang von Satelliten-Internet

By | 28. November 2018

Keine funktionierende DSL-Verbindung zu Hause? Das Satelliten-Internet ist eine gute Alternative!

Breitband-WLAN per Satellit stellt für Verbraucher, die auf keinen DSL-Anschluss zugreifen können, eine stabile und sichere Alternative dar. Mittlerweile nutzen rund 50.000 Haushalte diese Technologie zur Netzverbindung. Denn Satellitenbreitband ist nicht mehr so teuer wie noch vor ein paar Jahren und ausreichend leistungsstark. Die maximal nutzbare Bandbreite liegt derzeit bei rund 50 Mbit/s. Wer sich Satelliten-Internet anschaffen will, muss einige Vorbereitungen treffen, um empfangen zu können. Was benötigt wird, erfahren Sie jetzt in diesem Ratgeber.

Die wichtigste Hardware ist die Satellitenschüssel

Die Satellitenschüssel muss nach Süden ausgerichtet werden.

Um das Internet nutzen zu können, benötigen Sie eine spezielle Satellitenschüssel mit einer Krümmung von 30 Grad. Sie müssen diese im Regelfall nicht im Vorfeld kaufen. Wenn Sie einen Satelliten-Internet Tarif abschließen, wird sie mitgeliefert. Durch den Vertragsabschluss zahlen Sie zudem weniger für die SAT-Anlage oder Sie erhalten diese als Leihgabe. Einige wenige Anbieter stellen die Hardware während der Vertragsdauer kostenfrei zur Verfügung.

Ein Router ist für das Heimnetzwerk notwendig

Wenn Sie mit dem Satelliten-Internet mehrere Computer und mobile Endgeräte im Haushalt nutzen wollen, müssen Sie ein Netzwerk einrichten. Das geht ganz einfach über einen W-LAN Router. Falls Sie noch keine solche Box besitzen, können Sie diese günstig im Internet bestellen. Um sicher zu gehen, dass Sie ein leistungsfähiges Gerät kaufen, sollten Sie sich auf routervergleich.net über die verschiedenen Modelle informieren. Dort finden Sie ausführliche Testberichte und hilfreiche Details zu den Preisen und der Netzwerkeinrichtung.

Notwendiges Montagezubehör und Modem

Für die Installation des Internets ist es notwendig, die Satellitenschüssel mit freier Sicht nach Süden anzubringen. Sie lässt sich sowohl an der Wand als auch auf der Terrasse oder dem Dach befestigen. Wer technisch versiert ist, kann die Anlage selbst installieren. Wir raten generell dazu, die Anbringung der SAT-Schüssel einem Fachmann zu überlassen, denn diese muss per Koxialkabel mit einem Empfangsmodem verbunden und entsprechend eingestellt werden.

Achtung: Anbieter liefern Modem und Zubehör nicht immer mit. Vergleichen Sie im Vorfeld am besten die Tarife und Vertragsbedingungen im Internet. Wir haben verschiedene Anbieter für Sie getetest.

In der Übersicht – das benötigen Sie für die Installation:

  • Satellitenantenne oder Satelittenschüssel
  • Empfangsmodem
  • Verbindungskabel
  • Wandhalter oder Stahlständer für die SAT-Anlage
  • einen W-LAN Router
  • Adapter für Internet und TV Empfang

Welche Kosten entstehen bei der Einrichtung und Nutzung?

Das Kompetenzzentrum des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, breitbandbuero.de, gibt an: „Angebote für Anschlüsse mit Bandbreiten ab 10 Mbit/s beginnen bereits bei einer Grundgebühr von monatlich ca. 20 Euro, exklusive Monatsmiete für Antenne und Modem. Für höhere Bandbreiten und spezielle Paketbuchungen muss mit monatlichen Gebühren von 30 bis 50 Euro gerechnet werden.“

Die SAT-Anlage inklusive Modem und Zubehör kostet in der Anschaffung weitere rund 300 Euro. Wenn ein Fachmann die Schüssel einrichtet, müssen Sie zudem mit 100 Euro Installationsgebühr rechnen.

Pro und Contra Satellitenanschluss

Internet per Satellit ist fast überall verfügbar, sodass auch Bewohner in ländlichen Regionen davon profitieren. Die Geschwindigkeit ist für die meisten Aktivitäten im Netz ausreichend. Beim Download gibt es kaum Unterschiede zum klassischen DSL. Kunden steht in der Regel ein maximales monatliches Datenvolumen zur Verfügung, welches sie nicht überschreiten können.

Wer häufig in sozialen Netzwerken surft, Videos und Filme ansieht oder Musik hört, der verbraucht viel Datenvolumen. Nutzer, die darüber hinaus gerne zocken, werden mit diesem Internetanschluss Probleme haben. Die große Distanz zwischen Satellit und Empfangsstation sorgt ab und zu für Verzögerungen. Sie werden als Latenzzeiten bezeichnet. Die Unterbrechungen betragen lediglich Millisekunden, doch beim Echtzeit-Gaming kann das fatal sein.

Fazit und Zukunft des Satelliten-Internets

Wenn Sie außerhalb eines Ballungszentrums wohnen und keine klassische DSL-Verbindung nutzen können, ist das Satelliten-Internet eine gute und schnelle Alternative. Zwar ist die Geschwindigkeit noch nicht so hoch wie bei DSL- oder Glasfaserverbindungen. In naher Zukunft könnte sich das aber ändern, denn es gibt Projekte, die ein Netzwerk aus zahlreichen Satelliten erstellen wollen. Diese sollen näher an der Erde stationiert werden und umherkreisen. Die Daten legen dadurch kürzere Strecken zurück. Auch die Surfgeschwindigkeit im Internet lässt sich damit erhöhen. Laut Breitbandbericht der unesco.de könnten so die 3,9 Milliarden Menschen, die immer noch keinen Zugang zum Netz haben, mit Internet versorgt werden. In einer Video-Simulation zeigen Wissenschaftler des Departments of Computer Science in London, wie das Netzwerk aussehen könnte:

Low Latency Routing in Space, Departement of Computer Sciende (London)